Schusterjunge und Hurenkind

Woher kommt der Name?

Wer nicht in der Typografie oder im Buchdruck Zuhause ist, wird damit nicht viel anfangen können. Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, ist: Verkaufst Du Waisenkinder?
Mache ich nicht.

Schusterjunge und Waisenkind sind Synonyme voneinander und haben dieselbe Bedeutung. In den Anfangsjahren des Buchdrucks (und wenn man ehrlich ist, bis heute) standen diese Bezeichnungen für arme, bedauernswerte und von der Gesellschaft ausgeschlossene junge Menschen.
Im Buchdruck stehen sie für arme, alleingelassene einzelne Worte oder halbe Zeilen.

Ein bisschen weniger theatralisch?

Ein Schusterjunge ist eine Zeile oder ein Wort eines Absatzes, die oder das in die nächste Spalte oder gar auf die nächste Seite gerutscht ist.
Ein Hurenkind ist eine Zeile oder ein Wort eines Absatzes, zu der oder dem der Rest in der nächsten Spalte oder auf der nächsten Seite steht.
Beide machen Texte schlechter lesbar und sind deswegen zu vermeiden.

Moderne Layout-Programme lassen sich sehr einfach so einstellen, dass immer mindestens zwei oder besser drei Zeilen zusammen bleiben. Schaden kann es trotzdem nie Texte vorm Druck noch mal gezielt nach solchen Fehlern abzusuchen.